In der Nacht von Samstag auf Sonntag fand eine groß angelegten Katastrophenschutzübung rund um den Forster Eisenbahntunnel statt. Übungsannahme war die Entgleisung eines ICE mit rund 50 Fahrgästen im Tunnel der Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart.

Kurz nach 23:00 Uhr begann die Übung unter realitätsnahen Bedingungen. Der Einsatzraum wurde in zwei Einsatzabschnitte gegliedert. Die Kräfte der Feuerwehr Forst fuhren gemeinsam mit den Feuerwehren aus Hambrücken und Graben-Neudorf den westlichen Einsatzabschnitt am Tunnelportal nahe der Autobahn 5 zwischen Forst und Hambrücken an. Parallel fuhren Kräfte der Feuerwehr Bruchsal den zweiten Einsatzabschnitt am östlichen Tunnelportal in Richtung Ubstadt-Weiher an.

Die Hauptaufgaben bestanden in der Erkundung der Lage am Tunnelportal, der Unterstützung bei der Menschenrettung sowie dem Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes. Hierzu waren an jedem Tunnelportal zahlreiche Rettungskräfte verschiedener Hilfsorganisationen und Sanitätsbereitschaften vor Ort. Die Rettung der verunfallten „Fahrgäste“ erfolgte über speziell eingesetzte Rettungszüge aus Mannheim und Stuttgart.

Unterstützt wurden die Maßnahmen durch Verantwortliche der Deutschen Bahn, einer Drohnenstaffel der Feuerwehr Kronau sowie Einheiten des Bevölkerungsschutzes. Eine besondere Rolle spielten die beiden erwähnten Rettungszüge, die aus den Richtungen Mannheim und Stuttgart anrückten. Diese Spezialzüge fuhren in den Tunnel ein, setzten dort Material und Personal ab und stellten den Pendelverkehr zwischen Schadensstelle und Bereitstellungsraum sicher.

An beiden Tunnelportalen wurden Behandlungsplätze eingerichtet, an denen die Verletzten gesichtet und medizinisch versorgt wurden. Parallel dazu wurde auf Kreisebene ein Führungsstab eingerichtet, um die komplexe Einsatzlage zentral zu koordinieren. Zahlreiche Übungsbeobachter des Landkreises und auch Vertreter der Kommunalpolitik machten sich ein Bild der Arbeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Die Übung dauerte über die gesamte Nacht bis in die frühen Morgenstunden. Ziel war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, Abläufe weiter zu optimieren und im Ernstfall schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.

 

Bericht: Fabian Geier Bild: [fge]